Schweizerische Nationalbank zum Ausstieg aus Fracking-Investitionen aufgefordert

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wurde am Montag dazu aufgefordert, ihre Investitionen in die Fracking-Industrie auf Öl- und Gasbasis zu reduzieren. Klimaaktivisten übergaben eine von 60.000 Menschen unterzeichnete Petition, in der sie den Ausstieg der Schweizer Nationalbank aus ihren Fracking-Investitionen forderten.

Im vergangenen Monat zeigte eine Studie der SNB Coalition und der Climate Alliance Switzerland, dass die Schweizer Bank Investitionen im Wert von insgesamt 16,1 Milliarden Dollar in Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie getätigt hatte.

Laut dem Bericht der Klimaschutzgruppen war die SNB Ende 2022 in 69 Unternehmen investiert, die Öl und Gas mittels Fracking fördern oder mittels Fracking gewonnenes Öl und Gas transportieren. Die Gesamtinvestitionen in Fracking belaufen sich auf 9 Milliarden Dollar.

„Die SNB ist durch ihre Anlageaktien für Treibhausgasemissionen durch Fracking von rund 7 MtCO2e verantwortlich. Das ist so viel wie die Emissionen der gesamten Schweizer Landwirtschaft“, sagten die Klimagruppen.

In der Schweiz haben sich 14 Kantone, in denen 69 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben, gegen Fracking positioniert. Diese Kantone besitzen rund drei Viertel aller von den Kantonen gehaltenen SNB-Aktien.

„Aufgrund der breit unterstützten Ablehnung von Fracking durch Kantonalregierungen und Bevölkerung kann es als Norm und Wert der Schweiz angesehen werden, den auch die SNB respektieren sollte“, sagten die Klimagruppen im November und stellten fest, dass Fracking gegen die Anlagepolitik der Bank verstößt.

Einige Banken in Europa haben im Rahmen ihrer eigenen Klimaziele damit begonnen, ihre Finanzierung von Öl- und Gasprojekten zu reduzieren.

Die bisher drastischste Maßnahme ergriff Anfang des Jahres Frankreichs größte Bank, BNP Paribas. Im Mai erklärte sie, sie werde keine Finanzierung mehr für die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder bereitstellen, unabhängig von der Finanzierungsmethode. Im Rahmen ihrer Ziele für die Energiewende versprach die Bank außerdem, ihre Finanzierung für die Ölexploration und -produktion bis 2030 um 80 Prozent zu reduzieren.

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