Xiaomi zeigte, wie Telefonhersteller tatsächlich ein Elektrofahrzeug bauen können

Während Apple sein Elektroautoprojekt vor kurzem aufgegeben hat, gibt der chinesische Technologieriese Xiaomi Gas. In seinem Pekinger Hauptsitz fand im März eine spektakuläre Einführungsveranstaltung für sein erstes Elektroauto statt, den Speed Ultra 7, kurz SU7.

Xiaomi bietet für sein neues Elektroauto wettbewerbsfähige Preise an. Das Basismodell, der SU7, startet bei 215.900 Yuan (rund 30.000 US-Dollar) und unterbietet damit Teslas Model 3 in China um rund 4.000 US-Dollar. Die höherwertigen Versionen Pro und Max kosten 245.900 Yuan (34.000 US-Dollar) bzw. 299.900 Yuan (41.500 US-Dollar).

Die Einführung des Elektroautos von Xiaomi scheint ein Erfolg zu sein. Laut CarNewsChina sicherte sich das Unternehmen innerhalb von nur einer halben Stunde satte 50.000 bestätigte Bestellungen. Diese Leistung ist für Xiaomi-CEO Lei Jun besonders beeindruckend, wenn man bedenkt, dass es erst drei Jahre her ist, seit das Unternehmen seine Expansion von seinem Kerngeschäft der Unterhaltungselektronik in den Bereich Elektrofahrzeuge angekündigt hat.

Xiaomis CEO Lei Jun hat sich voll und ganz darauf konzentriert, den Markt für Elektroautos zu verstehen. Im Dezember teilte er auf X (ehemals Twitter) mit, dass er persönlich 100 verschiedene Autos Probe gefahren sei. Sein Engagement, „von den Stärken jedes einzelnen zu lernen“, scheint sich auszuzahlen. Xiaomi prahlt damit, dass ihr SU7 in atemberaubenden 2,78 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen kann, was darauf hindeutet, dass es sich um ein äußerst wettbewerbsfähiges Elektrofahrzeug handelt.

Jun ist offensichtlich begeistert von dem Elektrofahrzeug-Projekt des Unternehmens. Auf einer Social-Media-Plattform namens X drückte er kürzlich seine anhaltende Motivation mit den Worten aus: „Der Kampf um Xiaomi EV treibt mich und das Team weiterhin an. Wir sind weiterhin entschlossen, ein großartiges Auto zu bauen!“ Diese Aussage kommt kurz vor dem dritten Jahrestag von Xiaomis Vorstoß in die Elektrofahrzeugproduktion.

Während Apple ihr größter Konkurrent bei Smartphones sein mag, macht sich Xiaomi auch bei Elektrofahrzeugen einen Namen. Daten zeigen, dass Xiaomi im ersten Halbjahr 2024 einen respektablen Anteil von 13,8 % am chinesischen Smartphone-Markt hält und damit dicht hinter Apple mit 15,7 % liegt.

Die Frage bleibt also: Wie konnte Xiaomi dort Erfolg haben, wo Apple gescheitert ist? Nach einem Jahrzehnt der Entwicklung zog Apple sein Elektroautoprojekt aufgrund von Produktionshürden zurück. Dies zwang das Unternehmen dazu, seine Ambitionen für autonome Fahrzeuge zurückzuschrauben und mit möglichen Verzögerungen bis mindestens 2028 zu rechnen.

Apple schien 2020 bei seinem Elektroauto einige Fortschritte zu machen. So wurde beispielsweise berichtet, dass in Arizona ein Prototyp eines selbstfahrenden Minivans namens „Bread Loaf“ getestet wird. Das Projekt erforderte jedoch eine erhebliche Weiterentwicklung und die finanzielle Belastung wurde zu groß. Laut Bloomberg gab Apple jährlich rund 1 Milliarde Dollar für das Autoprogramm aus, das man letztlich für nicht nachhaltig hielt.

Im Gegensatz zu Apple, das mit der Eigenproduktion zu kämpfen hatte, profitierte Xiaomi von Chinas etablierter Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Ein entscheidender Vorteil war die Partnerschaft mit der Beijing Automotive Group (BAIG). Diese Zusammenarbeit half Xiaomi laut Bloomberg, schnell eine Produktionsgenehmigung zu erhalten und potenziell bis zu 200.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr zu produzieren.

Trotz des spektakulären Starts ist Xiaomis Reise in die Elektromobilität nicht ohne Risiken. Der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge sieht sich mit einer Abschwächung der Nachfrage konfrontiert, und etablierte Akteure wie Tesla und BYD liefern sich einen harten Preiskampf. Xiaomis Strategie zielt auf das höherwertige Segment ab, das in diesem Klima schwer zu verkaufen sein könnte. Das Unternehmen muss diese Herausforderungen meistern, um langfristig erfolgreich zu sein.

Xiaomis schnelle Umsetzung steht im Gegensatz zu den jahrelangen Planungen von Apple. Ihr Erfolg bei der Einführung eines Elektrofahrzeugs unterstreicht den potenziellen Vorteil der Anpassungsfähigkeit und der Nutzung vorhandener Ressourcen.

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