Elektroauto-Riese BYD plant Fabrik in Mexiko

Wie das Wall Street Journal berichtete, erwägt der chinesische Elektrofahrzeug-Riese BYD die Eröffnung einer Fabrik in Mexiko.

Unter Berufung auf ungenannte Quellen hieß es in der Publikation, dass BYD nach geeigneten Standorten suche. In der Fabrik würden Autos für den US-Markt hergestellt, hieß es weiter.

Chinesische Elektroautohersteller sind nach Tesla weltweit die Top-Verkäufer. Das liegt daran, dass sie auf ihrem lokalen Markt verkaufen und dieser Markt ist riesig. Aber jetzt erreicht er den Sättigungspunkt, sodass die Unternehmen beginnen, sich im Ausland umzusehen. BYD hat übrigens Tesla im letzten Quartal 2023 als weltweit größter Elektroautoverkäufer vom Thron gestoßen.

Europäische Autohersteller sind bereits verunsichert über die Pläne chinesischer Elektroautohersteller, auf den europäischen Markt zu drängen und dort Autos gleicher Qualität zu niedrigeren Preisen anzubieten. Zu diesem Zweck hat die EU eine Untersuchung zu Subventionspraktiken im Elektroautosektor in China eingeleitet – während sie den Käufern von Elektroautos im eigenen Land weiterhin Subventionen gewährt.

Bislang konnten die US-Autobauer ruhig schlafen, da sie wussten, dass die angespannten politischen Beziehungen zwischen Washington und Peking einer chinesischen Invasion von Elektrofahrzeugen kaum förderlich waren. Mexiko haben sie dabei wahrscheinlich vergessen.

Die USA haben mit ihren südlichen Nachbarn ein Freihandelsabkommen. Das bedeutet, dass in Mexiko hergestellte Autos nicht mit Zöllen belegt werden dürfen, wenn sie nördlich der Grenze exportiert werden. Und die Autoindustrie beginnt sich Sorgen zu machen, obwohl die WSJ-Quellen anmerkten, dass BYD noch keine endgültige Entscheidung über die Fabrik in Mexiko getroffen habe.

Der Bericht stellte auch fest, dass chinesische Unternehmen, die in der Elektrofahrzeugbranche tätig sind, in den letzten Jahren Fabriken in Mexiko eröffnet oder bereits vorhandene Produktionskapazitäten erweitert haben. Die Expansion ist höchstwahrscheinlich eine Reaktion auf die ehrgeizigen Elektrifizierungsziele der Biden-Regierung für die Transportbranche. So sollen im Jahr 2032 67 % aller verkauften Autos Elektrofahrzeuge sein.

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