Weitere negative Faktoren beeinträchtigen den russischen Kohleexport

Die Bahntransporte russischer Kohle zu Häfen gingen im Januar-Februar 2024 auf 30,5 Mio. t zurück (-3,7 Mio. t oder -10,8 % im Jahresvergleich). Der größte Rückgang war dabei auf hochwertige Kohle aus Kusbass und Anthrazit aus der Region Nowosibirsk zurückzuführen. Die negative Dynamik war auf einen Mangel an Transportkapazitäten zu nordwestlichen und fernöstlichen Häfen sowie einen Stopp der Lieferungen nach Taman zurückzuführen.

Bereits den zweiten Monat in Folge haben die Lieferanten aufgrund hoher Umschlagsraten die Lieferungen nach Taman (dem größten Terminal im Süden Russlands mit einer Umschlagsleistung von 25,5 Mio. t im Jahr 2023) ausgesetzt, was zu einer negativen Exportrentabilität führte. Im März liegen noch keine Anfragen für Transporte nach Taman vor, daher wird diese Richtung auch im laufenden Monat eine negative Dynamik im Vergleich zum März 2023 aufweisen, als 2,4 Mio. t Kohle verschifft wurden.

Darüber hinaus werden die Sanktionen gegen SUEK und Mechel vorläufigen Schätzungen zufolge im Jahr 2024 zu einem Exportrückgang von 30 Mio. t führen; die Verluste für den internationalen Markt könnten jedoch aufgrund der Ausweitung der Sanktionen auf die mit diesen Unternehmen verbundenen Häfen noch erheblicher ausfallen.

Zusätzlichen Druck auf die russischen Kohlelieferanten üben die ab 1. März 2024 wieder eingeführten Exportzölle aus, die den Preis für Kohleverkäufe um 4-7 % oder, je nach Rubel-Dollar-Wechselkurs, um 8,0-12,0 USD/t zu CFR-Bedingungen erhöhen könnten. Exporteure müssen die Zölle bereits im März entrichten, selbst bei Verträgen, die zuvor unterzeichnet wurden.

Daher liegt es auf der Hand, dass die russischen Kohleexportmengen im ersten Quartal 2024 zurückgehen werden, was die Versorgung mit Material mit hohem CV-Gehalt und PCI-Kohle im April und Mai stark einschränken wird.

Auch bei günstigen Bedingungen auf dem internationalen Markt werden russische Exporteure die verlorenen Mengen in Zukunft nicht kompensieren können, da die eingeschränkte Kapazität der russischen Schieneninfrastruktur ein schnelles Wachstum des Schienengüterverkehrs verhindert.

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