Ölhändler setzen trotz stagnierender Rohölpreise und Angriffen im Roten Meer auf den Markt

Trotz der Preisobergrenze auf den Ölmärkten investieren Händler weiterhin in Ölnebenprodukte. Bloomberg-Daten vom Dienstag, den 6. Februar, zeigten, dass das Open Interest an primären Öl-Futures-Kontrakten seit März 2022 seinen Höhepunkt erreicht hat. In diesem Jahr wurden Ölderivate im Umfang von fast 660 Millionen Barrel hinzugefügt, doch die Rohölpreise haben Mühe, aus der 10-Dollar-Marke auszubrechen. Der aktuelle Handelspreis für WTI-Rohöl beträgt 73,49 Dollar pro Barrel, was weniger ist als sein Höchstpreis von etwa 78 Dollar in den vorangegangenen zwei Monaten. Auf der anderen Seite wird Brent-Rohöl zu 78,85 Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem es zur gleichen Zeit einen Höchststand von 83 Dollar erreicht hatte.

Der Anstieg der Ölreserven in den Portfolios der Händler könnte der Grund sein, warum Händler bei fallenden Preisen auf den Markt zurückkehren. Laut PVM Oil Associates sei es „verlockend, den Tiefpunkt zu erreichen“, berichtete Bloomberg. Trotz der schwierigen Lage im Roten Meer, die die globalen Energieströme zu stören droht, sind die Ölpreise nur unter ihren Höchststand im September 2023 gefallen. Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen, darunter Schwächen auf dem Markt, wie Chinas schwächelnde Wirtschaft und Fragen zur Produktion der OPEC. Einige Analysten glauben, dass die Turbulenzen im Roten Meer als Basisboden für die Preise dienen und verhindern, dass sie weiter fallen. Ein weiterer Faktor ist der US-Ölboom, der im vergangenen Jahr die Preise erheblich beeinflusst hat.

Möglicherweise deutet der Anstieg des Derivatehandels auf den wachsenden Einfluss algorithmischer Händler hin, die mittlerweile den Markt dominieren. Diese Händler verwenden programmierten Code, um schnell zu handeln, und können problemlos von pessimistischen zu optimistischen Positionen wechseln. Die jüngsten Daten von Bloomberg zeigen eine Umkehr der Netto-Long-Positionen bei Brent-Rohöl und WTI-Derivaten, wobei Brent letzte Woche seinen größten Zuwachs seit 2018 verzeichnete. Vicki Hollub, CEO von Occidental, erklärte, dass die Märkte bald eine 180-Grad-Wende erleben könnten. Trotz des derzeitigen Überangebots an Öl, das die Preise niedrig gehalten hat, besteht die Möglichkeit, dass ein Unterangebot an Rohöl in den kommenden Jahren zum dominierenden Markttrend wird.

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