Astana ist Gastgeber der Regierungskommission für ethnische Deutsche in Kasachstan

Die kasachisch-deutsche Regierungskommission für die Angelegenheiten der ethnischen Deutschen in Kasachstan ist am 21. Mai zu ihrer 20. Jahrestagung zusammengetreten. Ziel der Sitzung war es, die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit zu stärken und die Angelegenheiten der deutschen Volksgruppe zu erörtern, berichtete die Pressestelle des kasachischen Außenministeriums.

20. Sitzung der Regierungskommission für ethnische Deutsche in Kasachstan. Bildnachweis: gov.kz

Laut Statistik leben in Kasachstan 226.000 ethnische Deutsche, und etwa eine Million deutsche Umsiedler aus Kasachstan leben derzeit in Deutschland.

Der stellvertretende kasachische Außenminister Roman Wassilenko betonte, dass die multiethnische Bevölkerung Kasachstans ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Landes sei. Ethnische Deutsche seien in Kasachstan in verschiedenen Lebensbereichen stark vertreten.

Zentrale Strukturen wie das Kasachisch-Deutsche Zentrum in Astana, die Kasachisch-Deutsche Universität in Almaty, das Kasachisch-Deutsche Institut für Nachhaltiges Ingenieurwesen in Aktau, das Deutsche Schauspielhaus und die Deutsche Allgemeine Zeitung tragen maßgeblich zur Stärkung der kulturellen und humanitären Beziehungen bei.

Wassilenko betonte, dass Kasachstan großen Wert auf eine effektive Partnerschaft mit deutschen Behörden in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales lege. Dies gewährleiste den ethnischen Deutschen vielversprechende Perspektiven in Kasachstan und ermögliche ihnen, zu einer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit beizutragen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik, würdigte die dynamische bilaterale Zusammenarbeit. Sie betonte, dass Kasachstan für Deutschland ein wichtiger Partner in Zentralasien sei.

Pawlik betonte, dass die Unterstützung des Deutschunterrichts in Kasachstan dazu beitragen könne, die nationale Identität der deutschen Volksgruppe zu bewahren und Fachkräfte auf gemeinsame Investitionsprojekte vorzubereiten.

Im Anschluss an das Treffen unterzeichneten die Parteien ein Kommuniqué, in dem weitere Maßnahmen zur zwischenstaatlichen Zusammenarbeit dargelegt wurden.

Am selben Tag traf sich Wassilenko mit Renata Alt, der Vorsitzenden des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages, um die Zusammenarbeit im politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Bereich zu besprechen. Diese Zusammenarbeit wurde durch die gegenseitigen Besuche der Präsidenten beider Staaten im Jahr 2023 erheblich gestärkt .

Im Mittelpunkt der Gespräche standen Möglichkeiten zur Stärkung von Partnerschaften im Energiebereich, darunter erneuerbare Energien, die Gewinnung und Verarbeitung kritischer Rohstoffe, Bildung und Tourismus. Die Parteien tauschten sich auch über die Förderung von Reformen, die Konzentration auf Menschenrechte und Demokratie sowie die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen aus.

Wassilenko erläuterte die wichtigsten Initiativen von Präsident Kassym-Jomart Tokajew zum Aufbau eines gerechten Kasachstans, die der deutsche Parlamentarier positiv aufnahm. Beide Seiten bekräftigten ihr Engagement für eine Intensivierung des Dialogs zwischen Astana und Berlin über bilaterale und multilaterale Fragen.

Seit 2005 beliefen sich die deutschen Investitionen in die kasachische Wirtschaft auf fast 5,8 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2023 erreichte der kasachisch-deutsche gegenseitige Handel 3,9 Milliarden US-Dollar, wobei die Exporte 742,3 Millionen US-Dollar und die Importe 3,2 Milliarden US-Dollar betrugen. Das Engagement der Parlamentarischen Gruppen Kasachstan-Deutschland und Deutschland-Zentralasien spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des interparlamentarischen Dialogs.

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