Der Rückgang der Kohle scheint übertrieben

Regierungen und internationale Organisationen haben ehrgeizige Versprechen zur Reduzierung ihrer Emissionen abgegeben. Dazu ist ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohle erforderlich. Trotz dieser Versprechen haben Länder wie Großbritannien und Australien Pläne zum Bau neuer Kohleminen angekündigt, um die Energiesicherheit zu erhöhen.

Trotz großer Versprechungen einer grünen Wende und der Schaffung ehrgeiziger Klimaziele unterstützen einige Länder weiterhin die Entwicklung neuer Kohlebergwerke. Sowohl Großbritannien als auch Australien haben Pläne für Kohlekraftwerke, die ihren Klimazielen zuwiderlaufen könnten, während es keine Anzeichen für eine Verlangsamung der chinesischen Kohleindustrie gibt. Was also bedeutet das für die grüne Wende dieser Länder und weltweit?

Im Dezember 2022 kündigte Großbritannien Pläne zum Bau seiner ersten neuen Kohlemine seit drei Jahrzehnten an. Das 204 Millionen Dollar teure Projekt wird in Whitehaven in Cumbria errichtet und soll jährlich 2,8 Millionen Tonnen Kokskohle produzieren und 500 Arbeitsplätze schaffen. Der Plan sieht vor, den größten Teil der produzierten Kohle zu exportieren, da Großbritannien seine Kapazität für erneuerbare Energien erhöhen will, um den Bedarf an inländischer Kohlenutzung zu reduzieren.

Viele britische Stahlproduzenten haben bereits erklärt, dass sie keine Kohle aus dem Projekt verwenden werden. Und mehrere europäische Stahlproduzenten steigen ebenfalls von der Kohle ab, da sie dem wachsenden Druck der Regierungen zur Dekarbonisierung ihrer Betriebe Rechnung tragen. Unternehmen der Schwerindustrie setzen nun, soweit möglich, auf erneuerbare Energien, um ihre Anlagen mit Strom zu versorgen.

Die Mine wird voraussichtlich 400.000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr produzieren, was etwa 200.000 Autoabgasen entspricht. Dies wird einen erheblichen Beitrag zu den Kohlenstoffemissionen Großbritanniens leisten, und zwar zu einer Zeit, in der das Land voraussichtlich von der kohlenstoffintensiven Energieerzeugung abrücken und eine beschleunigte grüne Wende unterstützen wird. Obwohl die Regierung erklärt hat, dass die Entwicklung im Rahmen der britischen Klimagesetzgebung noch möglich sei, besteht kein Zweifel daran, dass das Netto-Null-Szenario bis 2050 erreicht werden kann, nachdem bis 2049 alle Kohlebetriebe geschlossen wurden. Eine im Januar veröffentlichte Analyse deutete jedoch darauf hin, dass diese Ansicht zu optimistisch ist und dass das Kohleprojekt wahrscheinlich die britischen Klimaversprechen brechen wird.

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