Indien baut Kohlekraftwerke nach Bedarf aus
Indien werde seinen Wärmekraftwerksbestand vergrößern, sagte der Energieminister des Landes, um der gestiegenen Nachfrage nach Strom gerecht zu werden.
Indien kündigte an, bis Anfang 2032 weitere 88 GW an neuer Stromkapazität hinzuzufügen – 63 Prozent mehr als der Plan, den Indien erst vor sieben Monaten veröffentlichte. Und der Großteil davon soll aus Kohlekraftwerken stammen, während die Stromerzeugung aus Gas für Indien aufgrund der hohen Kosten für Erdgas nicht möglich ist.
Indien wird bei seinen Ausbauplänen nicht nur die Erdgasenergie außen vor lassen, sondern die vorhandenen Gaskraftwerke auch nicht voll auslasten, zumindest nicht bis zu ihrer vollen Kapazität. Laut Bloomberg, das sich auf Ministeriumsdaten beruft, waren Indiens 25 GW Gaskraftwerke im laufenden Geschäftsjahr bisher nur zu 15 Prozent ausgelastet.
Auch saubere Energie kommt für Indien nicht in Frage, da die Preise zu hoch sind und teure Speicherkapazitäten fehlen.
Unterdessen übertrifft Indiens Strombedarf weiterhin die Erwartungen. Der maximale Bedarf hat die Prognosen des Energieministeriums von 229 GW in diesem Jahr bereits um ein Vielfaches übertroffen und liegt für das Haushaltsjahr 2032 bei 366 GW.
Da Gas aus Kostengründen keine praktikable Option ist, „hat Indien derzeit keine andere Alternative als den Ausbau der Kohlekraft“, sagte ein Professor für Energie und Klima am National Institute of Advanced Studies in Bangalore gegenüber Bloomberg. „Um rund um die Uhr saubere Energie zu liefern, braucht man Speichermöglichkeiten, und wir haben weder die Größe noch die gewünschten Kosten für die Speichertechnologie, um unseren Bedarf zu decken.“
Indien, die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt, hat in den letzten fünf Jahren seine Kapazität zur Stromerzeugung auf Kohlebasis jährlich um 5 GW erweitert.
Um den gewünschten Ausbau der Kohlekraft zu erreichen, muss Indien nun die Hindernisse für bestehende Kohleprojekte beseitigen, wie etwa Verzögerungen beim Landerwerb.